Life goes on - Hofburg Wien - Preisträger 2010
Die Preisträger 2011
Sport: EDUARD KAROL NOVAK (Rumänien)
Eduard Karol Novak wurde am 28. Juli 1976 in Miercurea Ciuc (Rumänien) geboren, wo er auch aufwuchs, die Grundschule besuchte und im Alter von 5 Jahren mit dem Eislaufen begann. Er war als 20-Jähriger gerade dabei international den Anschluss zu finden, als er auf dem Weg zum Wettkampf einen Auto-Unfall hatte, bei dem er seinen rechten Unterschenkel verlor.
Nach diesem Schicksalschlag begann er ein Jurastudium, das er im Jahr 2000 abschloss. Nach drei Jahren als Jurist, gründete er mit seinem Orthopäden eine Firma, die sich auf die Herstellung, Anpassung und Entwicklung von Prothesen und Teilprothesen spezialisierte. Mit viel mehr Verständnis für die jeweiligen Anforderungen, geht er nicht nur auf die körperlichen Probleme seiner Kunden ein. Er zeigt ihnen einen Weg, mit der neuen Situation umzugehen und lebt es ihnen vor.
Schon während des Studiums begann er mit dem Radfahren und entschied sich 2 Jahre nach dem tragischen Unfall wieder in den Leistungssport einzusteigen. Wenn er den Schreibtischstuhl mit dem Fahrrad tauscht und den Schuh mit der Gummi-Protese, wird er auch mental zu einem anderen Menschen, der beim Rennen vergisst er, dass er eine Behinderung hat.
Seit 2002 ist er mit seiner Frau Laura verheiratet, mit der er mittlerweile 3 Kinder hat. Daneben organisiert er mit seinem Radclub in seiner Heimatstadt in Siebenbürgen, mitten in den Karpaten, Mountainbike Wettkämfe. „Paraolympics“, so sagt er „ sind genauso wichtig, wie die Olympischen Spiele“.
Unser Preisträger wollte eine Olympische Medaille im Eisschnellauf – und obwohl ihm dieser Wunsch verwehrt blieb, holte er sich eine olympische Medaille im Radfahren. Die Silbermedaille in Peking krönte er heuer mit der Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft in Dänemark.
Gesellschaft & Wirtschaft: BARBARA PACHL-EBERHART
Barbara Pachl-Eberhart wurde 1974 in Wien geboren. Nach der Matura absolvierte sie ein Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo sie sich bereits fragte, warum im Publikum eigentlich nie jemand lacht, und diese Tatsache unendlich traurig fand.
Auf der Suche nach einem Brotberuf absolvierte sie die pädagogische Akademie in Graz mit der abschließenden Lehramtsprüfung für Volksschulen. Nach vier Wochen Praktikum, hängte sie diesen Beruf an den Nagel, weil ihre Klasse nur gelacht und kaum etwas gelernt hatte.
Konsequenterweise verdiente sie fortan ihren Lebensunterhalt, indem sie andere Menschen zum Lachen brachte und erfüllte sich damit einen Traum, der viel älter war, als ihr Reifeprüfungszeugnis. Zum Beginn des neuen Jahrtausends wurde sie zum Clowndoctor und gleichzeitig zur Steirerin, Ehefrau und Mutter.
Am 20. März 2008 verlor sie bei einem tragischen Zugunglück ihren Mann und ihre beiden Kinder. Die Art und Weise, wie sie mit diesem Schicksalsschlag umging und ihr Leben weiterlebte, macht sie zu unserer heutigen Preisträgerin. Noch im Jahr 2008 kehrte sie zurück in ihre Heimatstadt in Wien, wo sie 2010 ihren auto-biographischen Roman „vier minus drei“ veröffentlichte.
In diesem Buch beschrieb sie, wie sie nach dem Verlust ihrer Familie zu einem neuen Leben fand. Wie sie auf ihrem Weg nicht verlernte, die Welt durch die Augen des Clowns zu betrachten, indem man die Kleinigkeiten beachtet, die das Leben lebenswert machen, die ein Lächeln in jedes noch so traurige Gesicht zaubern können, sogar in ihr eigenes. Wie die unsichtbare rote Nase ihr den Weg zurück ins Leben wies, wie sie ihr sogar in den schmerzhaftesten Situationen neue, überraschende Perspektiven aufzeigte.
Diese Liebeserklärung an das Leben wurde über Nacht zum SPIEGEL-Bestseller und landete auf Platz 2 der Jahresbestsellerliste Österreichs. Von 2009 bis 2011 machte sie eine Ausbildung zur Dialogprozessbegleiterin und Atempädagogin. Sie widmet sich als Referentin der Vermittlung von Achtsamkeit in Verbindung mit Körper, Sprache und Kreativität als lebensbejahende Kraft. Momentan ist sie Mitbegründerin eines wunderbaren Seminarhauses in der Nähe von St. Pölten und darüber hinaus gespannt auf alles, was das Leben noch für sie vorgesehen hat...
Courage: KARL RABEDER
Der Preisträger in der Kategorie Courage wurde 1962 in Linz geboren, wo er aufwuchs und nach der Matura 1980 die Pädagogische Akademie besuchte. 1984 schloss er das Lehramtstudium für Hauptschulen mit der Fächerkombination Mathematik, Physik und Chemie erfolgreich ab. 1985 begann er ein Studium in Betriebswirtschaftslehre und Technischer Chemie an der Universität Linz, das er aber nicht abschloss, weil ihm die
Gründung des eigenen Unternehmens dazwischenkam. Sein Betrieb für Produktion und Vertrieb von Wohnaccessoires beschäftigte bis zu 400 Mitarbeiter in den Märkten Österreich und Deutschland, und machte ihn reich.
2004 verkaufte er die Firma und unterstützte fortan Waisenhaus- und Straßenkinder-Projekte in Lateinamerika. Daraus entstand das Greenhouse-Project, in dem Waisenhaus-Abgänger nach ihrer Schulzeit die Möglichkeit haben, eine landwirtschaftliche Zusatzausbildung abzuschließen und einen Kleinkredit aufzunehmen.
2009 gründete er My-Mycro-Credit, eine non-profit Organisation mit Sitz in Deutschland und Österreich, mit der Zielsetzung die Armut in weniger entwickelten Regionen der Erde zu verringern. Finanziert wurde die Organisation vorerst durch die Verlosung seiner Traumvilla in Telfs, die den Wahltiroler und sein Projekt über die Grenzen hinaus bekannt machte. Von weiteren Besitztümern, wie einem Ferienhaus in Südfrankreich, mehreren Segelflugzeugen und einer Limousine, hatte sich der Selfmade-Millionär bereits getrennt. Bei einem Interview meinte er damals: "Ich möchte, dass am Ende nichts übrig bleibt, absolut nichts. Geld ist kontraproduktiv. Für´s Glück ist es hinderlich. Ich verurteile jedoch niemanden, der am Reichtum festhält, da ich nicht das Recht habe, anderen Ratschläge zu geben. Ich bin einfach meinem Herzen gefolgt...”
2011 erschien seine Biographie mit dem Titel “Wer nichts hat, kann alles geben”. Das Beispiel unseres Preisträgers zeigt, dass Erfüllung sehr wenig mit Geld zu tun hat, aber viel mit dem Mut, der eigenen Intuition zu folgen...
Sonderpreis: SHIRLEY KEOGH (Irland)
Shirley Keogh wurde mit Spina Bifida geboren und ist seit neun Jahren auf Dialyse angewiesen.Sie lebt in Athy, Grafschaft Kildare, ca. 60 Km entfernt von Dublin.
Der Anfang war sehr schwehr, sie lebte bei Pflegeeltern, eine Schule wo man sie nicht wollte auf Grund ihrer Behinderung, „wir hatten keine Rollstühle wie heute, mussten selber schauen wie wir uns von einem Ort
zum anderen bewegen konnten“. "Heute ist das Leben viel einfacher, wir haben Rollstühle, wir können zur Dialyse, haben Sozialarbeiter die sich um uns kümmern, wir können selbstständig leben, haben unser eigenes Einkommen, Ernährungsberater, Psychologen, so wie alle Menschen wenn sie etwas besonderes benötigen".
Weiterhin beschrieb sie ihre Aktivitäten im Sport Club 2000. Der Club wurde im Jahr 1999 gegründet und sie ist einer der Gründungsmitglieder. Sie machte allen bewusst wie erforderlich es ist, dass die Menschen mit SB/H für ihr Wohlbefinden Sport treiben müssen. Die meisten sportlichen Disziplinen können durchgeführt werden. Jedes Familienmitglied nimmt daran teil, egal ob er einen Rollstuhl verwendet oder nicht. Das schafft ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl unter allen Teilnehmern. Auf Grund dieser Idee ist der Club immer weiter gewachsen und wird jedes Jahr noch größer. Jetzt sind mehr als 50 Menschen aller Altersgruppen Mitglied. Sie möchte angesehen werden als das was sie ist, eine Frau die verheiratet ist, Mutter eines Sohnes, die ihre Aufgaben erfüllt, zuhause sowie in dem Sport-Club 2000. Zusätzlich sammelt sie Kleidung, Möbel, Spielzeug für arme Menschen und gemeinsam mit ihrer Familie, verteilt sie dann auch alles.
Nebenbei ist Shirley auch tätig als Fundraiser für die irische Arbeitsgemeinschaft für Spina Bifida/Hydrocephalie. Weil das nicht genug ist hat sie sich zusammen getan mit den anderen Club-Mitgliedern und ein Video gedreht mit Anleitung für Sport-Aktivitäten für betroffene Menschen mit SB/H in Rumänien. Die Dedikation für Rumänien: “ Es war für uns ein Privileg und eine Ehre, diese DVD zu machen und wir hoffen dazu beizutragen für die Menschen in Rumänien mit so viel Motivation zu arbeiten, wie wir es im Club 2000 jede Woche tun“.
Sie hatte auch einen großen Traum - einmal Wien zu sehen. Heute geht ihr Traum in Erfüllung. Die Tara aus Wien und dieser wunderbare Abend sollen Anerkennung und Verneigung vor Shirleys wertvollem Leben und Schaffen sein.
Nationales soziales Engagement: SUSANNE SCHUSCHA
Die Preisträgerin in der Kategorie Soziales Engagement wurde am 2.Dezember 1961 in Wien geboren, wo sie aufwuchs, die Schule besuchte und den Friseurberuf erlernte. Nach siebzehn Jahren als Friseurgesellin absolvierte sie die Meisterprüfung, machte sich selbständig und übernahm schließlich den Friseursalon, in dem sie den Beruf erlernt und zuletzt als Geschäftsführerin gearbeitet hatte. Mit ihrem Ehemann Franz hat sie die beiden Töchter Petra und Sandra.
Zur Preisträgerin des heutigen Abends wurde sie durch ihr Hobby, welches Sie mittlerweile zum Beruf gemacht hat. Mit ihrem Verein SCHUTZENGERL kümmert sie sich um Missbrauchsopfer und unterstützt Jugendliche auf dem Weg zurück in ein geordnetes Leben. Sie bietet Hilfestellung nach Gewalt an Körper und Seele, die auch in Österreich viel öfters passiert, als wir wahr haben möchten.
Ihr Engagement kommt nicht von ungefähr. Auch sie wurde missbraucht, und das im Alter von 2 Jahren. Geholfen wurde ihr von offizieller Seite nicht – im Gegenteil – sie musste erleben, wie teilnahmslos und bürokratisch sämtliche zuständige Ämter in Österreich mit dem Thema Missbrauch umgehen.
Um dem entgegenzuwirken und einzugreifen, wo es Behörden noch lange nicht tun, hat sie denVerein gegründet und engagiert sich mittlerweile hauptberuflich für die, die unseren Schutz am nötigsten brauchen und sehr oft nicht bekommen.
Internat. soziales Engagement: MARJAN SHAKI & LUKAS PERMAN
Unsere beiden Preisträger sind zwei Menschen, die nicht nur erkennen, sondern auch handeln. Die ihre Popularität seit Jahren in den Dienst derer stellen, die keine Stimme haben. Die weit weg, am anderen Ende der Welt, kaum mehr als eine Schlagzeile wert sind.
Am 12. Januar 2010 ereignete sich in Haiti ein Erdbeben mit verheerenden Folgen. Knapp 2 Mio. Menschen ohne Obdach, ca. eine halbe Million Tote. Infraschäden in ungeahnter Höhe. Ein Drittel der Gesamtbevölkerung ist unmittelbar von dieser Katastrophe betroffen. Über Geld redet man!
Am 03. März 2010, haben diese zwei wunderbaren Menschen, unsere Preisträger, eine große Benefiz-Gala im Wiener Ronacher auf die Bühne gestellt. In einem magisch kurzen Zeitraum ist es ihnen gelungen, das „Who-Is-Who“ der nationalen und internationalen Künstlergarde aus Musik, Bühne und TV hier in Wien zu versammeln, und so einen Reinerlös von 40.000 Euro der Organisation „Nachbar in Not“ zur Verfügung zu stellen.
Eine neuerliche Behefiz-Gala, initiiert durch die Zusammenarbeit mit Hollywood-Größe Sean Penn, übertraf die vorhergehende um ganze 23.203,- Euro. Der Erlös von 63.203,- Euro kam und kommt den Opfern der Erbebenkatastrophe zu Gute. Dem nicht Genüge getan, haben sich unsere Preisträger im Sommer dieses Jahres in den Krisenherd, vor Ort begeben. So war es ihnen möglich, sich selbst ein Bild vom Ausmaß dieser Tragödie zu machen.
Wir sind stolz auf diese zwei Menschen, stolz auf das, was sie immer wieder tun, um Ausgleich zu schaffen.
Comeback: MONICA LIERHAUS (Deutschland)
Die Preisträgerin in der Kategorie „COMEBACK“ wurde am 25. Mai 1970 in Hamburg geboren. 1989 machte sie ihr Abitur und begann ein Studium der Anglistik und der Germanistik in Hamburg. Sie absolvierte ein Praktikum bei Sport Bild und war freie Mitarbeiterin bei Radio Hamburg und Klassik Radio.
1992 brach sie ihr Studium nach der Zwischenprüfung ab und absolvierte ein Zweijähriges Volontariat beim Privatsender Sat.1, wo sie ab Oktober 1992 die Moderation der Hamburger Regional-Nachrichten übernahm. Von 1994 bis 1996 arbeitete sie als Redakteurin und Reporterin bei den Sat.1-
Nachrichten und berichtete unter anderem live aus Belfast, London und Brüssel.
In den Jahren 1997 und 1998 moderierte sie die Boulevard-Sendung Blitz bei Sat.1, bis 1999 ihre Karriere als Sportmoderatorin begann. Ihre Kompetenz und Authentizitätbrachten ihr uneingeschränkte Anerkennung und Respekt in der Sportwelt ein. So moderierte sie die Sendungen ran und live-ran bis 2001 und kommentierte von 1999 bis 2003 diverse Sportereignisse mit den Schwerpunkten Tennis und Fußball beim
Bezahlfernsehsender Premiere. Damit war sie eine der ersten Frauen im deutschen Fernsehen, die Sportsendungen moderierten.
In den Jahren 2002 und 2003 präsentierte sie neben ihrer Tätigkeit bei Premiere auch beim ZDF die Unterhaltungssendungen Die große Knoff-Hoff-Show und Die Krimi-Show. Von 2004 bis 2009 moderierte unsere Preisträgerin dann für die ARD. In der Sportschau präsentierte sie die Fußball-Bundesliga und den DFB-Pokal. Auch bei der Tour de France und den Olympischen Spielen 2004, 2006 und 2008 war sie als Moderatorin im Einsatz. Seit den Olympischen Winterspielen 2006 moderierte sie auch gelegentlich Skisprungübertragungen der ARD.
Bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland und der Fußball-EM 2008 in Österreich und der Schweiz war sie stetige Begleiterin der deutschen Fußballnationalmannschaft und berichtete unter anderem von den Pressekonferenzen. Ende 2006 moderierte unsere Preisträgerin zusammen mit Ottfried Fischer die Benefiz-Gala Stars in der Manege. Bereits 2005 hatte sie mit ihm die Eröffnung der Münchner Allianz Arena moderiert.
2009 veränderte ein Blutgerinnsel ihr Leben von grund auf. Die äußerst komplizierte Hirn-OP, bei der ein Hirn-Aneurysma entfernt wurde, verlief nicht ohne Komplikationen. Man musste sie vier Monate lang in ein künstliches Koma versetzen. Es grenzt an ein Wunder, dass sie überhaupt überlebt hat – doch sie wachte wieder auf, und nichts war mehr wie vorher - sie musste alles neu lernen.
Unsere Preisträgerin und ihre Angehörigen sprechen von "Leben Nr. 2"... Seither befindet Sie sich in Rehabilitation und arbeitet jeden Tag hart daran ihre verloren gegangenen Sprech- und Bewegungsfähigkeiten neu zu erlernen. Am 5. Februar dieses Jahres schrieb sie dann Fernsehgeschichte. Nach zwei Jahren trat sie im Rahmen der Verleihung der Goldenen Kamera erstmals wieder öffentlich auf und begann ihr Comeback…